Jacky

geboren am 21.Juni 1992
gestorben im 28.März 2007

Jacky lebte die ersten vier Jahre bei einem alten Mann. Als dieser in ein Pflegeheim musste, erfuhr ich auf Umwegen von Jackys Schicksal - er sollte eingeschläfert werden, da sich niemand für ihn interessierte. Wen wundert es, bei dem Aussehen (23kg) und unerzogen war er auch ;-)



Jacky im Frühling 1996 bevor er bei mir einzog

Jacky's Diät

Ende April 96 war es dann so weit. Ich durfte Jacky endgültig zu mir holen. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich jedes Wochenende bei ihm und bin mit ihm ein wenig spazieren gegangen, damit sich der Hund schon ein wenig an mich und Nadine gewöhnen konnte. 30 Minuten spazieren und mein Hund war total aus der Puste. So konnte das nicht weitergehen, denn ich schämte mich mit sooo einem Hund auf die Strasse zu gehen. Beim Hundeclub habe ich mich bewusst noch nicht angemeldet, damit niemand diesen dicken Hund sieht.
Sein Menüplan wurde drastisch umgestellt. Statt 24 Stunden Napf mit Frolic gefüllt, täglich 2 - 3 Reihen Schokolade (ein Wunder das der Hund überhaupt noch lebte) und diverses Essen vom Tisch, bekam er streng nach Vorschrift Nutros light.
Die Spaziergänge haben wir langsam ausgedehnt, damit er Kondition bekommt und die ersten Erziehungsschritte haben wir begonnen. Als Belohnung wenn er etwas richtig gemacht hatte, gab es keine Hundekuchen, dafür ausgelassenes Ballspiel. Innerhalb von 8 Wochen hat er sein heutiges Gewicht von 15 kg erreicht und sah plötzlich um Jahre jünger aus.


Jacky im Sommer1996

Durch die jahrelange falsche Ernährung hatte er aber sehr trockene, schuppige Haut, die am Anfang sehr plagte. Bis er ein richtig schönes Fell bekommen hat, verging weit über 1 Jahr.
Ich habe ihn angefangen zu trimmen, obwohl mir jeder sagte, dass man einen Hund der einmal geschert wurde nicht mehr trimmen könne. Man kann, Jacky war der lebende Beweis, aber es braucht viel Zeit, denn man kann lange Zeit immer nur ein bisschen trimmen und nie den ganzen Hund auf einmal

Wie ging es weiter?

Aus dem kläffenden, dicken Jacky, wurde ein selbstbewusster, schlanker Riesenzwergschnauzer.


Jacky auf Elba, Sommer 2001

Da er bis 4 jährig machen konnte was er wollte, hatten wir etliche Machtkämpfe, denn mir war klar, dass das nicht so weitergehen konnte.
In den ersten 3 Jahren hatten wir manche Kämpfe auszumachen, bei denen ich schlussendlich immer als Sieger vom Platz ging, aber es wurde wirklich immer weniger und irgendwann war das Thema gegessen.
Ich bin mit ihm in die Hundeschule gegangen und habe mit ihm noch ein paar Begleithundeprüfungen abgelegt. Zum Plausch haben wir schon an vielen Hundemilitarys teilgenommen und konnten uns meistens im vorderen Drittel platzieren - konnten aber auch schon Podestplätze belegen.

Jacky's Pflege



Jacky im Mai 1997

Da Jacky zu der Rasser der Schnauzer gehörte, musste er regelmässig gepflegt werden. Das heisst ich kämmte oft seine langen "Augenbrauen" und seinen "Schnauz". Die restlichen Haare wurden mit dem Drahtstriegel grob durchgestriegelt und anschliessend wurde der ganze Hund noch mit einer Bürste (Schweinsborstenhaare) bearbeitet. Wenn ich wollte, dass sein Fell ganz speziell glänzte, nahm ich einen feuchten Lappen, der einwenig mit Apfelessig getränkt wurde, und "staubte" meinen Hund ab. Er glänzte nachher wie ein Honigkuchenpferd.
2 mal im Jahr wurde Jacky von mir vollständig getrimmt. Phu, das war immer ein Krampf und wir machten das ganze meistens in 2 Etappen à je etwa 2 Stunden.
Zum Glück war Jacky ein geduldiger Hund! :-)
Ich habe mir die Kynos Trimmfibel gekauft und nachgelesen, wie man das beim Schnauzer machen sollte.
Zuerst dachte ich, das mit dem trimmen kapiere ich nie und der Hund sieht anschliessen furchtbar aus.
Aber das Resultat liess sich immer ansehen.
Ich hatte das Glück, dass ich einem Westizüchter über die Schultern schauen durfte um einmal zuzuschauen, wie man das ganze Werkzeug handhabt. Wieder zu Hause bin ich in den nächsten Hundeshop und habe mir ein Trimmmesser, eine normale Schere und eine Effilierschere gekauft. Mit diesen Errungenschaften bin ich dann sofort nach Hause, habe mir die Trimmfibel zurechtgelegt (damit ich spicken konnte) und das ganze an Jacky ausprobiert. Mit dem Resultat war ich zufrieden.
Es ist wirklich nicht so schwierig, vor allem, wenn es nur für den Hausgebrauch ist und man nicht an Ausstellungen geht.
Am Anfang habe ich Jacky zwischendurch noch zum Coiffeure gebracht, damit alles wieder 1a ist. Aber später habe ich es immer selber gemacht und die Trimmfibel musste irgendwann auch nicht mehr zur Hand nehmen ;-)
Also nur Mut, trimmt Eure Hunde selber, es ist wirklich nicht schwer!! :-))


Jacky im Mai 2002

Jacky im Alter

Bis zum Sommer 2005 haben wir noch regelmässig Wanderferien gemacht. Wir waren dann oft 5 Stunden und mehr unterwegs und Jacky ist alles wacker mitgelaufen, ohne dass ich einmal das Gefühl hatte er wäre am Ende seiner Kräfte.
Mit 14 Jahren war er dann wirklich alt - er war nicht mehr so fit und die Spaziergänge haben sich sehr verkürzt
Wir haben aus Rücksicht vor seinem Alter, die beiden Staffis von ihm Räumlich getrennt - was aber nicht hiess, dass sie keinen Kontakt mehr zueinander hatten, sie werden einzig durch ein Kinderabsperrgitter getrennt. Wir achten einfach darauf dass er nicht angerempelt wurde, da das seinen alten Knochen nicht bekam.
Ich habe jeden Tag genossen, wo Jacky unter uns weilt. Mir ist war bewusst, dass er nicht ewig leben würde, aber solange er noch agil war, freuen wir uns mit ihm, auch wenn er nichts mehr hörte , nicht mehr viel sah und manchmal müssten wir ab seine Senilität lachen.

Jacky's Nachruf

am 28.März 2007 war es leider soweit, ich habe mit Jacky den letzten Gang angetreten und ihn bis zur Regenbogenbrücke begleiten. Ein Schritt der mir nicht leicht fiel, denn erstens war er mein erster eigener Hund und wir haben in den letzen fast 11 Jahren viel gemeinsam erlebt. Sein gesundheitlicher Zustand hat sich in letzter Zeit aber so verschlechtert, dass es egoistisch gewesen wäre ihm diesen Gang nicht zu gönnen.

Jacky kam Ende April 1996 zu mir, da sein damaliger Besitzer aus gesundheitlichen Gründen ins Pflegeheim musste und ihn niemand wollte. Er hatte 8 kg Übergewicht, kläffte immer, war völlig unerzogen. Kein Hund der jeder gerne nimmt ;-) aber wir haben uns zusammengerauft, die Kilos sind gepurzelt, wir haben zusammen für die BH 1 Prüfung gearbeitet und auch ein paar Prüfungen absolviert und aus ihm wurde wirklich ein aufgestellter kleiner Kerl, der wohl seinen eigenen Kopf hatte, aber ich mochte seine Art sehr.
Er war immer aufgestellt und freundlich, möchte jede Hündin, man konnte ihm jeden Welpen hinstellen, er war immer ein super "Vater" und auch mit den Katzen verstand er sich prächtig. Manch eine legte sich zu ihm hin zum kuscheln. Er war ein Hund mit Ecken und Kanten, die ich liebte, auch wenn er für Aussenstehende nicht ein einfacher Hund war, aber wir zwei haben uns immer verstanden. Er hat mich auf mancher Wanderung begleitet, keine war für ihn zu lang, auch wenn er doch recht kurze Beine hatte. Er marschierte immer unermüdlich mit, keine Anstrengung war zu gross, hauptsache mit von der Partie. Es gab sogar Zeiten, wo wir ihn mit dem Fahrrad mitnehmen konnten und er sich sehr bemühte Schritt zu halten :-)
Seit heute Abend ist es leer und still geworden, wir vermissen etwas, aber es war die richtige Entscheidung, er konnte friedlich einschlafen.







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